Der Kauf eines gebrauchten E-Bikes kann eine kluge Entscheidung sein. In vielen Fällen bekommt man für dasselbe Budget wie bei einem neuen Einsteigermodell einen deutlich besseren Motor, einen hochwertigeren Rahmen und bessere Komponenten.

Doch einen Fehler sehe ich bei vielen Käufern immer wieder: Sie verbringen viel Zeit damit, Lack, Reifen, Schaltung und Kilometerstand zu prüfen – und fragen kaum nach dem Akku.

Das ist genau die falsche Reihenfolge.

Der Akku ist das Bauteil, das darüber entscheidet, wie sich das E-Bike nach den ersten Wochen im Alltag wirklich anfühlt. Ein gebrauchtes E-Bike mit einem gesunden Akku kann noch jahrelang zuverlässig für Pendelstrecken und Wochenendtouren genutzt werden. Ein Rad mit einem stark gealterten Akku kann dagegen wie ein Schnäppchen aussehen – bis man merkt, dass die eigentlichen Kosten erst nach dem Kauf beginnen.

Wenn ich ein gebrauchtes E-Bike beurteile, frage ich nicht nur „Funktioniert der Akku noch?“ Diese Frage ist zu einfach. Fast jeder alte Akku kann noch ein Display einschalten.

Die bessere Frage lautet:

„Wie viel nutzbare Lebensdauer hat dieser Akku noch, und passt das zu dem Preis, den ich bezahle?“

Bevor du bezahlst, hilft dir diese Akku-Checkliste dabei zu verstehen, worauf es ankommt, was du den Verkäufer fragen solltest und welche Warnzeichen dich dazu bringen sollten, den Kauf noch einmal zu überdenken.

Eine Frau nimmt den herausnehmbaren Akku aus einem Fiido C11 Pro.

Das Wichtigste: Akku-Checkliste für gebrauchte E-Bikes vor dem Kauf

Bevor du bezahlst, solltest du diese Fragen beantworten können:

[ ] Historie: Kenne ich das tatsächliche Alter des Akkus und seine bisherige Nutzung?

[ ] Lagerung: Weiß ich, wie das E-Bike während kalter Winter gelagert wurde?

[ ] Probefahrt: Habe ich den Akku unter echter Motorlast getestet und nicht nur auf ebener Strecke?

[ ] Spannungseinbruch: Habe ich beim Bergauffahren auf plötzliche Einbrüche der Akkuanzeige geachtet?

[ ] Alltagsbedarf: Reicht die aktuelle Restreichweite für meinen tatsächlichen täglichen Arbeitsweg?

[ ] Ladegerät: Ist das mitgelieferte Ladegerät ein originales OEM-Gerät oder ein sicheres kompatibles Modell?

[ ] Ersatz: Habe ich geprüft, ob Ersatzakkus online verfügbar sind?

[ ] Tatsächliche Kosten: Ist das Angebot finanziell noch sinnvoll, wenn ich nächstes Jahr einen neuen Akku brauche?

Profi-Tipp für Käufer: Nutze die 8 Fragen oben, um ein Gebrauchtangebot zu bewerten, bevor du den Verkäufer kontaktierst. Wenn du dich heute persönlich mit dem Verkäufer triffst, spring direkt zu unserer Vor-Ort-Checkliste weiter unten, mache einen Screenshot und arbeite sie während der Probefahrt ab.

Beurteile einen gebrauchten E-Bike-Akku nicht nur nach seinem Alter

Eines der größten Missverständnisse beim Kauf eines gebrauchten E-Bikes ist die Annahme, dass das Alter des Akkus bereits alles über seinen Zustand aussagt.

Das stimmt nicht.

Ein vier Jahre alter Lithium-Ionen-Akku, der richtig gelagert, regelmäßig geladen und das ganze Jahr über genutzt wurde, kann problemlos besser funktionieren als ein neuerer Akku, der monatelang leer in einer kalten Garage lag.

Akku-Alterung hängt nicht nur vom Kalender ab. Entscheidend ist, was der Akku während seines bisherigen Lebens erlebt hat.

Besonders wichtig sind in der Regel:

  • Wie oft der Akku geladen und entladen wurde;
  • Ob er über längere Zeit vollständig entladen blieb;
  • Ob er extremer Hitze oder Frost ausgesetzt war;
  • Wie der Besitzer das E-Bike genutzt und gelagert hat.

Deshalb achte ich stärker auf die Akkuhistorie als nur auf das Alter des Akkus.

Wenn ein Verkäufer sagt:

„Der Akku ist drei Jahre alt.“

ist das eine nützliche Information.

Eine deutlich bessere Antwort wäre aber:

„Es ist der Originalakku von 2023. Normalerweise schaffe ich etwa 60–70 km pro Ladung, und im Winter habe ich das E-Bike drinnen gelagert.“

Damit kannst du tatsächlich etwas anfangen.

Wenn der Verkäufer die grundlegende Akkuhistorie nicht erklären kann, wäre ich vorsichtiger – selbst wenn das E-Bike äußerlich perfekt aussieht.

Wenn du genauer verstehen möchtest, wie Zellalterung, Spannung und Ladezyklen funktionieren, findest du in unserem ausführlichen Leitfaden alles, was du über E-Bike-Akkus wissen solltest.

Die ersten Fragen, die ich dem Verkäufer stellen würde

Bevor ich Komponenten prüfe oder über den Preis verhandle, würde ich mit einigen einfachen Fragen beginnen.

Nicht weil ich von jedem Besitzer erwarte, dass er sich mit Akkuchemie auskennt, sondern weil seine Antworten zeigen, wie das E-Bike behandelt wurde.

Frage Warum das wichtig ist
Wann wurde das E-Bike gekauft? Hilft dabei, Alter und Nutzungsdauer des Akkus einzuschätzen
Ist das noch der Originalakku? Zeigt, ob der Akku bereits ersetzt wurde
Welche Reichweite erreichst du aktuell mit einer Ladung? Gibt ein realistisches Bild der verbleibenden Kapazität
Wo wurde das E-Bike im Winter gelagert? Kann auf mögliche Kälte- oder Feuchtigkeitseinwirkung hinweisen
Wurde der Akku mehrere Monate lang nicht benutzt? Lange Lagerzeiten ohne richtige Pflege können die Lebensdauer verkürzen
Ist das Original-Ladegerät dabei? Hilft, die bisherige Ladehistorie besser einzuschätzen

Eine vage Antwort wie:

„Der Akku funktioniert einwandfrei.“

sagt dir nicht besonders viel.

Ein Akku, der funktioniert, ist nicht automatisch ein Akku, der noch gute Leistung liefert.

Für Käufer, die vor der Besichtigung eines gebrauchten E-Bikes besser verstehen möchten, wie Akkukapazität, Ladezyklen und Alterung funktionieren, bietet dieser Leitfaden einen hilfreichen technischen Überblick:

Teste den Akku unter echter Motorlast – nicht nur in der Einfahrt

Ein häufiger Fehler beim Kauf eines gebrauchten E-Bikes ist, den Akku nach einer einminütigen Probefahrt vor dem Haus des Verkäufers zu beurteilen.

Das Display geht an.

Der Motor reagiert.

Die Akkuanzeige zeigt voll.

Alles sieht gut aus.

Doch dieser Test sagt nicht viel aus.

Der Akku steht dabei noch nicht unter echter Belastung.

Der Zustand eines E-Bike-Akkus zeigt sich wesentlich deutlicher, wenn der Motor mehr Leistung fordert – beim Beschleunigen, an Steigungen oder bei höheren Unterstützungsstufen. Genau dann machen sich schwächere Zellen häufig bemerkbar.

Wenn möglich, solltest du eine richtige Probefahrt machen. Du musst den Akku nicht leer fahren. Es reicht, eine Situation zu schaffen, in der er arbeiten muss.

Ich würde normalerweise auf Folgendes achten:

  • Eine kurze Steigung oder einen Hügel;
  • Einige kräftige Beschleunigungen;
  • Verschiedene Unterstützungsmodi;
  • Veränderungen der Akkuanzeige in Prozent oder Balken während der Fahrt.

Das Ziel ist nicht, die exakte Restreichweite zu messen. Es geht darum zu prüfen, ob sich der Akku normal verhält.

Achte auf plötzliche Einbrüche der Akkuanzeige unter Last

Eines der nützlichsten Anzeichen während einer Probefahrt ist, wie stabil die Akkuanzeige bleibt, wenn der Motor stark arbeitet.

Zum Beispiel:

Du fährst einen Hügel hinauf und das Display zeigt zunächst vier Akkubalken.

Bei einem gesunden Akku nimmt die Anzeige normalerweise schrittweise ab.

Bei einem schwächeren Akku kann sie während der Steigung plötzlich auf ein oder zwei Balken fallen und sich auf ebener Strecke wieder erholen.

Das nennt man Spannungseinbruch (Voltage Sag).

Einfach gesagt: Der Akku kann noch Energie enthalten, gealterte Zellen schaffen es aber möglicherweise nicht mehr, diese Energie schnell genug bereitzustellen, wenn der Motor mehr Leistung verlangt.

Das bedeutet nicht immer, dass der Akku völlig unbrauchbar ist. Es ist aber ein deutlicher Hinweis darauf, dass das Akkupaket Leistung verloren hat.

Ein schneller Vergleich:

Fahrverhalten Was es normalerweise bedeutet
Der Akkustand sinkt gleichmäßig Normales Akkuverhalten
Die Unterstützung bleibt bergauf konstant Der Akku liefert die Leistung ordnungsgemäß
Der Akkustand fällt beim Beschleunigen plötzlich ab Mögliche Zellalterung
Der Motor schaltet sich unter hoher Last ab Mögliches Akku- oder Elektrikproblem
Das Display startet unerwartet neu Weitere Prüfung erforderlich

Prüfe die Reichweite – aber mit gesundem Menschenverstand

Viele moderne E-Bikes zeigen eine geschätzte Restreichweite an. Diese Zahl kann hilfreich sein, sollte aber nicht als exakter Bericht über den Akkuzustand verstanden werden.

Die angezeigte Reichweite verändert sich unter anderem durch:

  • Fahrergewicht;
  • Gelände;
  • Wetter;
  • Reifendruck;
  • Unterstützungsstufe;
  • Fahrstil.

Wenn ein vollständig geladener Akku etwas weniger Reichweite zeigt als im Neuzustand, ist das normal.

Zum Beispiel:

Ein E-Bike, das ursprünglich für 80 km ausgelegt war und bei voller Ladung heute noch 60–70 km anzeigt, kann für den täglichen Arbeitsweg immer noch völlig ausreichend sein.

Wenn dasselbe E-Bike ursprünglich 80 km schaffte und heute nur noch 25–30 km anzeigt, hat der Akku dagegen wahrscheinlich deutlich an Kapazität verloren.

Die entscheidende Frage lautet nicht:

„Ist der Akku noch so gut wie neu?“

Die bessere Frage ist:

„Erfüllt dieser Akku noch meine Anforderungen beim Fahren?“

Ich erinnere Käufer außerdem häufig daran, dass der Kilometerstand allein nicht die ganze Geschichte erzählt.

Ein Pendler-E-Bike mit 10.000 km auf dem Tacho ist nicht automatisch ein schlechter Kauf. Wenn der Besitzer den Akku richtig geladen und gelagert hat und die aktuelle Reichweite für deinen Arbeitsweg ausreicht, kann es immer noch eine sehr vernünftige Wahl sein.

Umgekehrt kann ein E-Bike mit niedrigem Kilometerstand, das zwei Winter ungenutzt und schlecht gelagert wurde, deutlich früher Probleme machen.

Die Akkuhistorie ist wichtiger als die Zahl auf dem Display.

3. Prüfe Akkugehäuse, Halterung und Anschlüsse

Nimm dir nach der Probefahrt einige Minuten Zeit, um den Akku selbst anzusehen.

Genau hier konzentrieren sich viele Käufer auf die falschen Details.

Ein gebrauchtes E-Bike muss nicht perfekt aussehen. Kleine Kratzer, verblasste Aufkleber oder normale Gebrauchsspuren sind zu erwarten.

Wichtig sind Anzeichen dafür, dass der Akku beschädigt, geöffnet oder schlecht gepflegt wurde.

Beginne mit der Außenseite.

Das Akkugehäuse sollte stabil wirken. Der Akku sollte sicher in seiner Halterung sitzen, und es sollten keine offensichtlichen Hinweise darauf vorhanden sein, dass jemand daran repariert oder Veränderungen vorgenommen hat.

Kleine Details, die viel über den Akkuzustand verraten

Zu prüfender Bereich Was du sehen möchtest Warnzeichen
Akkugehäuse Normale Gebrauchsspuren und intaktes Gehäuse Risse, Verformungen, Aufblähungen
Akkuhalterung Fester Sitz ohne Bewegung Lockere Verbindung oder ungewöhnliches Klappern
Ladeanschluss Saubere und trockene Kontakte Korrosion, Schmutz, Brandspuren
Kabel und Steckverbindungen Originale Werksverbindungen Geflickte Kabel oder unklare Veränderungen
Akkuetikett Klare Modell- und Spezifikationsangaben Fehlende oder beschädigte Angaben

Ein zerkratzter Akkudeckel ist kein Problem.

Ein beschädigtes Akkugehäuse ist etwas anderes.

Das Gehäuse schützt die Zellen im Inneren, und starke Stöße können interne Schäden verursachen, die bei einer kurzen Probefahrt nicht immer sichtbar werden.

Vorsicht bei unbekannten Akku-Modifikationen

Das ist besonders bei älteren gebrauchten E-Bikes oder Rädern wichtig, die bereits mehrere Besitzer hatten.

Ein professionell ausgetauschter Akku ist nicht zwangsläufig problematisch. Akkus können im normalen Lebenszyklus eines E-Bikes ersetzt werden.

Problematisch wird es, wenn niemand erklären kann, was verändert wurde.

Sei vorsichtig, wenn du Folgendes siehst:

  • Selbst gebastelte Verkabelung;
  • Unbekannte Ersatzzellen;
  • Fehlende Akkuinformationen;
  • Nicht standardisierte Steckverbinder ohne Dokumentation.

Ich persönlich würde lieber ein älteres E-Bike mit klarer Akkuhistorie kaufen als ein neueres Rad, bei dem niemand erklären kann, was mit dem Akku passiert ist.

Eine transparente Historie ist oft mehr wert als ein niedrigerer Preis.

Der Akku wird geladen

E-Bike-Akku im Winter lagern: Das Detail, das viele Käufer vergessen

Für Käufer in Europa, besonders in Ländern mit kalten und feuchten Wintern, verdient die Lagerungshistorie des Akkus besondere Aufmerksamkeit.

Viele E-Bike-Besitzer fahren in den kälteren Monaten weniger. Das Rad steht möglicherweise wochen- oder sogar monatelang in einer Garage, einem Schuppen oder draußen. Diese Zeit kann den Akkuzustand stärker beeinflussen, als viele vermuten.

Ein Lithium-Ionen-Akku mag keine extremen Bedingungen – insbesondere nicht, wenn er lange Zeit vollständig entladen bleibt.

Ein E-Bike, das bei moderater Temperatur drinnen gelagert und dessen Akku richtig gepflegt wurde, kann zum Beispiel mit nur geringem Leistungsverlust durch den Winter kommen. Ein anderes Rad, das monatelang mit nahezu leerem Akku draußen steht, kann dagegen deutlich an Reichweite verlieren.

Deshalb würde ich einen Verkäufer immer fragen:

„Wo hast du das E-Bike im Winter gelagert?“

Die Antwort kann dir viel darüber verraten, wie der Akku behandelt wurde.

Anzeichen für gute Lagergewohnheiten

Ein sorgfältiger Besitzer wird normalerweise:

  • Das E-Bike an einem trockenen Ort lagern
  • Den Akku nicht monatelang vollständig entladen lassen
  • Den Akku vor extremen Temperaturen schützen
  • Bei längeren Lagerzeiten grundlegende Ladeempfehlungen beachten

Ein weniger sorgfältiger Besitzer könnte sagen:

  • „Es stand den ganzen Winter draußen.“
  • „Ich habe es sechs Monate lang nicht geladen.“
  • „Ich habe es einfach eingesteckt und es hat funktioniert.“

Die letzte Antwort klingt vielleicht positiv, sagt aber nichts darüber aus, wie viel Kapazität bereits verloren gegangen ist.

Wer auch in den kälteren Monaten weiterfährt, sollte wissen, wie man einen E-Bike-Akku im Winter für mehr Reichweite optimiert. Das hilft auch lange nach dem Kauf dabei, Reichweite und Zellgesundheit zu erhalten.

Prüfe das Ladegerät – es verrät mehr als du denkst – und plane zukünftige Wartung mit ein

Das Ladegerät wird oft nur als Zubehör betrachtet. Beim Kauf eines gebrauchten E-Bikes ist es jedoch Teil des Akkusystems.

Ein fehlendes Ladegerät ist bereits ein Kostenfaktor, weil ein Ersatz zusätzlich bezahlt werden muss. Gleichzeitig kann das Ladegerät Hinweise darauf geben, wie der Vorbesitzer das E-Bike gepflegt hat.

Ein originales Ladegerät des Herstellers oder ein zugelassener Ersatz schafft normalerweise mehr Vertrauen, weil es für genau dieses Akkusystem ausgelegt ist.

Beim Prüfen des Ladegeräts würde ich auf Folgendes achten:

  • Ist es das Original-Ladegerät?
  • Passt die Spannung zum Akkusystem?
  • Sind Kabel und Stecker in gutem Zustand?
  • Beginnt der Ladevorgang normal?
  • Gibt es Anzeichen von Überhitzung oder Beschädigung?

Ein billiges, unbekanntes Ersatzladegerät bedeutet nicht automatisch, dass der Akku schlecht ist. Es wirft aber zusätzliche Fragen auf.

Wichtig ist, dass alles zusammenpasst.

Akku, Ladegerät und Elektronik des E-Bikes sollten aufeinander abgestimmt sein.

Warum deine Ladegewohnheiten nach dem Kauf wichtig sind

Ein gebrauchter Akku ist nicht am Ende, nur weil er bereits genutzt wurde.

Wie du ihn nach dem Kauf behandelst, beeinflusst, wie viel Lebensdauer noch in ihm steckt.

Einfache Gewohnheiten machen einen Unterschied:

  • Den Akku nicht lange vollständig entladen lassen;
  • Ihn im Winter richtig lagern;
  • Das passende Ladegerät verwenden;
  • Unnötige extreme Hitze vermeiden.

Gute Akkupflege kann die Alterung nicht rückgängig machen, aber sie hilft, die verbleibende Kapazität zu schützen. Weitere praktische Wartungstipps findest du in unserem ausführlichen Leitfaden dazu, wie du die Lebensdauer und Kapazität deines E-Bike-Akkus verlängerst.

6. Berechne die tatsächlichen Kosten: Ist dieses gebrauchte E-Bike noch ein gutes Angebot?

Ein Akku mit nachlassender Leistung bedeutet nicht automatisch, dass du sofort vom Kauf Abstand nehmen solltest.

Manchmal verändert er einfach nur den angemessenen Preis.

Hier machen viele Käufer einen Fehler. Sie betrachten nur den Angebotspreis des Verkäufers und vergessen, dass ein Akkutausch Teil der gesamten Investition werden kann.

Prüfe vor einem Angebot:

  • Ist ein Ersatzakku noch erhältlich?
  • Wie viel kostet er?
  • Handelt es sich um einen standardmäßigen externen Akku oder um einen modellspezifischen integrierten Akku?
  • Kann der Hersteller weiterhin Support und Ersatzteile anbieten?

Zum Beispiel:

Ein gebrauchtes E-Bike für 900 € kann attraktiv wirken.

Wenn der Akku jedoch fast das Ende seiner nutzbaren Lebensdauer erreicht hat und ein Ersatz 400–500 € kostet, liegen die tatsächlichen Kosten nicht mehr bei 900 €.

Sie liegen eher bei 1.300–1.400 €.

Ab diesem Punkt lohnt es sich, die Gesamtkosten mit einem neuen E-Bike inklusive Garantie zu vergleichen.

Prüfe außerdem, ob eine eventuell verbleibende Garantie auch für dich als Zweitbesitzer gilt. Manche E-Bike-Garantien sind an den ursprünglichen Käufer gebunden, sodass ein gebrauchtes Rad möglicherweise nicht denselben Schutz bietet wie ein neues.

Der Akkuzustand sollte den Preis beeinflussen

Eine praktische Orientierung:

Situation Kaufentscheidung
Der Akku hat gute Reichweite und eine klare Historie Das E-Bike kann einen höheren Preis rechtfertigen
Der Akku funktioniert, aber die Reichweite ist deutlich reduziert Auf Basis des verbleibenden Werts verhandeln
Ein Ersatzakku ist verfügbar Geringeres langfristiges Risiko
Die Akkuhistorie ist unbekannt Als mögliche zukünftige Kosten einplanen

Ein verschlissener Akku ist nicht immer ein Ausschlusskriterium. Eine unbekannte Akkuhistorie ist meist das größere Problem.

Wenn sich die gesamten Besitzkosten dem Preis eines neuen E-Bikes annähern, solltest du beide Optionen sorgfältig vergleichen. Wenn du die Unterschiede zwischen Neu- und Gebrauchtkauf kennst, kannst du vor der Entscheidung besser abwägen: Neues oder gebrauchtes E-Bike: Welche Option passt zu dir?

Vor-Ort-Checkliste: Schritt-für-Schritt-Prüfung eines gebrauchten E-Bike-Akkus

Speichere diese chronologische Checkliste oder mache einen Screenshot, damit du sie beim Treffen mit dem Verkäufer durchgehen kannst:

Schritt 1: Vor der Probefahrt

  • ☐ Verkäufer direkt nach Alter des Akkus und Winterlagerung fragen
  • ☐ Akkugehäuse auf Risse, Aufblähungen oder Reparaturspuren prüfen
  • ☐ Verriegelung und Halterung auf übermäßiges Spiel oder Bewegung prüfen
  • ☐ Kontakte des Ladeanschlusses und Etikett des Original-Ladegeräts kontrollieren
  • ☐ Steckertyp prüfen (standardisiert oder proprietär)

Schritt 2: Während der Probefahrt

  • ☐ Alle Unterstützungsstufen durchschalten, um die Motorleistung zu prüfen
  • ☐ Mit maximaler Unterstützung eine Steigung hochfahren, um den Akku zu belasten
  • ☐ Akkuanzeige genau auf plötzliche Einbrüche beobachten (Spannungseinbruch / Voltage Sag)
  • ☐ Bei starker Beschleunigung auf BMS-Abschaltungen oder Motor-Neustarts achten
  • ☐ Angezeigte Restreichweite mit deiner tatsächlichen Pendelstrecke vergleichen

Schritt 3: Vor deinem Preisangebot

  • ☐ Preise für Ersatzakkus online prüfen, um den tatsächlichen Marktwert einzuschätzen
  • ☐ Bei deutlich reduzierter Reichweite Kosten für einen Akkutausch (300–500 €) vom Wert abziehen
  • ☐ E-Bikes mit unbekannten Akku-Modifikationen oder geflickter Verkabelung ablehnen
  • ☐ Prüfen, ob der Hersteller weiterhin Ersatzteile anbietet

Abschließender Rat: Kaufe die Akkuhistorie – nicht nur das E-Bike

Ein gebrauchtes E-Bike kann ein hervorragender Kauf sein.

Die besten Angebote sind nicht immer die Räder mit dem niedrigsten Preis oder dem geringsten Kilometerstand. Häufig sind es die E-Bikes, bei denen der Besitzer klar erklären kann, wie der Akku genutzt, geladen und gelagert wurde.

Ein Akku muss nicht nagelneu sein, um noch wertvoll zu sein.

Er muss lediglich zuverlässig, berechenbar und für deine geplante Nutzung geeignet sein.

Nimm dir die zusätzliche Zeit, ihn richtig zu testen. Stelle die richtigen Fragen. Verstehe, was du kaufst.

Dieser kleine Mehraufwand kann den Unterschied zwischen einem wirklich guten gebrauchten E-Bike und dem Kauf des Akku-Problems eines anderen machen.

Guida pratica

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